Die Fortbildung in Mol war wirklich klasse. Der Taxitransfer von der Schule zum Flughafen hat super geklappt und wir hatten vor dem Abflug noch jede Menge Zeit in Heathrow. Also beschlossen wir, uns einen kleinen Mittagssnack bei Gordon Ramsey zu gönnen. Allerdings hätte ich auf den Wein verzichten sollen, der hat mich nämlich ganz schön beschwipst!
Der Flug nach Brüssel ist ja ein Katzensprung, kaum ist man in der Luft und hat sein Getränk bestellt, setzt man schon wieder zum Landeanflug an. Nachdem wir uns alle mit € versorgt hatten, wurden wir im Luxusgroßraumtaxi zum Hotel nach Mol gebracht. Und da hörte der Luxus ganz schnell auf… zumindest in meinem Zimmer. Alle meine Kolleginnen hatten alleine ein schönes Doppelzimmer mit richtigem Bad. Klein Katrin dagegen war im hintersten Eck in einem Einzelzimmer mit quietschender Pritsche untergebracht und hatte anstelle eines gefliesten Bads ein etwas größeres Dixiklo mit Waschbecken und Duschpfütze. Das war allerdings noch nicht das Schlimmste. Nach unserer Ankunft trafen wir gleich Kolleginnen aus Brüssel, mit denen wir in einem schicken Restaurant bei Prosecco zu Abend aßen. Ich gönnte mir Fasan, der sicher außer teuer auch noch gut gewesen wäre, wenn er nicht lauwarm serviert worden wäre… zurück im Zimmer musste ich erstmal durch die TV-Kanäle zappen, um zur Ruhe zu kommen. Gegen Mitternacht war mir das auch gelungen, ein langer und tiefer Schlaf war mir allerdings nicht gegönnt… Ab 4 Uhr krähte in regelmäßigen Abständen ein Hahn! Sicher hätte ich ihn nicht gehört, wenn ich tief geschlafen hätte, trotzdem wurde mein Lieblingslied in diesen beiden Tagen “Tot ist der Hahn, der Hahn ist tot” !
Nach einem wunderbaren Frühstücksbüffet, das ich auch völlig übernächtigt genießen konnte, wurden wir mit dem Taxi zur Europäischen Schule gebracht. Auch diese liegt wie Culham außerhalb, wirkt aber wie ein großes und weitläufiges Schulzentrum ohne historische Gebäude. Mit der deutschen Inspektorin, den beiden Referentinnen und dem österreichischen Inspektor waren wir fast 50 Leute. Alle deutschsprachigen (wir hatten eine Schweizerin und mehrere Österreicher) Kollegen der Nordschiene (Culham, Mol, 4xBrüssel, Bergen, Frankfurt) treffen sich jedes zweite Jahr, die der Südschiene (2xLuxemburg, Karlsruhe, München, Varese, Alicante) versetzt dazu. Die beiden Tage waren wirklich sehr interessant und das Essen an der Schule in Mol ist einfach köstlich. Es gab mehrere Gänge mit passendem Wein, vorher einen Aperitif – alles in allem in keinster Weise mit dem Essen unserer Kantine zu vergleichen. Es war schön, Kolleginnen anderer Schulen kennen zu lernen und sich mit ihnen auszutauschen. Außerdem mag ich ja Österreichisch so gerne. Als Kolleginnen zweier Brüsseler Schulen von der Situation in Culham hörten, meinten sie gleich, ich solle doch dann zu ihnen an die Schule kommen…
Am Mittwoch wurden wir gegen 15 Uhr wieder vom Großraumtaxi an der Schule abgeholt und zum Flughafen gebracht. Obwohl wir viel zu früh da waren, ging mit einkaufen, einer Kleinigkeit essen und reden die Zeit wie im Flug vorbei und wir hätten fast unseren Flieger verpasst. Bei Desigual habe ich mir mal wieder einen Rock gegönnt und dann hat es noch ewig gedauert, bis ich mich für Käse und belgische Schokolade entschieden hatte. Brüssel ist ein enttäuschend kleiner Flughafen und die ganzen Läden befinden sich zwar nach der Pass-, aber vor der Sicherheitskontrolle. Gaaaaanz schlecht! 15 Minuten vor dem Schließen des gates war eine riesige Schlange bei der Sicherheitskontrolle und wir sind unter Absperrungen durch zum “fast track”. Da wurden wir durchgewunken und erreichten unsere Maschine noch. In Heathrow stand wieder das Taxi bereit und gegen 21 Uhr war ich zurück in meinem kleinen kalten Häuschen. Donnerstags musste ich feststellen, dass die ganze Fortbildungsaktion gegen meine Klasse die reinste Erholung war! Den film club abends haben wir gecancelled, weil wir beide so knülle waren. Freitags war ich bis 14 Uhr an der Schule und danach noch zwei Stunden in Abingdon unterwegs. Danach war der Tag auch so ziemlich gelaufen.
Am Samstag habe ich ganz gemütlich gespült, gewaschen, einen Mathetest korrigiert und Cello gespielt. Auf 17 Uhr ging’s mit einer Kollegin zum Italiener und anschließend zur live Übertragung (aus der Metropolitan Opera New York) der Oper “Satyagraha” von Philip Glass. Eigentlich hat mir die minimalistische Musik, das Bühnenbild und die Inszenierung gefallen. Allerdings hatte ich schon Halsschmerzen und die voll aufgedrehte Klimaanlage im Kino hat noch ihr übriges dazu getan, dass es mir immer schlechter ging und mir das Tonleiterraufundruntergedudel der Flöte im dritten Akt ziemlich auf die Nerven ging. Nachts wurde ich von heftigen Halsschmerzen geplagt und den gestrigen Tag habe ich , meist schlafend oder dösend, im Bett verbracht. Heute ist der Hals schon besser, aber ich bin noch ziemlich ko. Wahrscheinlich bleibe ich morgen nochmal daheim und hoffe, am Mittwoch wieder fit zu sein…