16. Dezember, 2011

Geschichten die die Schule schreibt

Ein paar kurze Anekdoten aus meinem Lehrerdasein der letzten Wochen möchte ich euch nicht vorenthalten.

Im Erzählkreis vom Wochenende berichtete ein Kind, dass es auf einer Hochzeit in Deutschland war. Darauf ein anderes Kind: “Wer hat sich verhochzeitet?”

Im Adventskreis kamen wir auf das Thema Heiligenschein. Gemeinsam wurde überlegt, was das ist, bedeutet, … Ein Kind meinte, ein Heiligenschein bestünde aus lauter kleinen Engeln, die einen beschützen. Fand ich total klasse!

Am 6. Dezember fand jedes Kind eine Kleinigkeit in seinem Hausschuh. Ich hatte die von der Elternverteterin besorgten Sachen am Tag vorher reingesteckt. Morgens war dann die Freude groß, aber ein Kind meinte, dass das ja nicht der Nikolaus, sondern ich gewesen wäre. An diesem Morgen (wie überhaupt sehr oft in letzter Zeit) war ich recht spät dran und war vor dem Gebäude einem Kind begegnet. Das nutzte ich nun zu meinem Vorteil und meinte: “Als ich heute Morgen kam und X begegnet bin, waren eure Hausschuhe aber schon gefüllt.” Andere Kinder bestätigten das und so war das Thema erledigt! ;-) Was mich allerdings echt schockiert hat, war, dass ein Junge erzählte, er hätte einen i-pod touch bekommen. Ein Erstklässler?! (sein Bruder in der 4. Klasse übrigens auch) Zum Nikolaus?! Da war ich echt sprachlos…

Meine Kleinen sind häufig gar nicht so lieb und diese Woche war ich des Öfteren am Verzweifeln. Deshalb sagte ich, dass ich mir sehr wünsche, dass bei der Weihnachtsfeier alle gut mitmachen und nicht rumhampeln. Gestern war ich dann wirklich sprachlos, wie toll sich alle benommen haben. Es war direkt unheimlich. Allerdings bin ich nicht so ganz sicher, ob es an mir oder der Anwesenheit der Eltern lag… ! ;-)

16. Dezember, 2011

Zum letzte Mal in diesem Jahr…

… werde ich hier einen Artikel schreiben. So, was war los die letzten beiden Wochen? Montags war Lehrerkonferenz, dienstags ging ich endlich mal wieder zu Chorprobe und mittwochs hatte ich Cellounterricht und abends war das Didcot Town Carol Concert des Chores. Donnerstags hatte ich einen Arbeitsflash und habe alles mögliche abgearbeitet, anstatt zum film club zu gehen. Freitags war ich mit einer Kollegin auf dem Weihnachtsmarkt in Winchester und wir genossen Glühwein und Bratwurst mit Sauerkraut in der Laugenstange. Im dritten aufeinanderfolgenden Jahr kann man da ja wohl schon von einer Tradition sprechen, oder? Übrigens war ich dort, wie auch sonst immer, in meinem im Januar erstandenen lila Mantel mit passender Mütze, Schal und Handschuhe unterwegs – ein (Alb-) Traum in lila! ;-)

Samstags war Unterrichtsvorbereitung und sortieren meines Portfolios angesagt. Im Laufe der Jahre sammeln sich doch so einige Zertifikate und Teilnahmebescheinigungen diverser Fortbildungen an, die zusammen mit Zeugnissen endlich einmal wieder in chronologische Reihenfolge gebracht werden mussten. Am Spätnachmittags ging es dann zu viert zum Italiener und anschließend ins Kino zur MET live Übertragung der Oper “Faust” mit Jonas Kaufmann. Sonntags hing ich etwas durch, erledigte aber trotzdem die angefallene Hausarbeit und traf mich noch mit einer Freundin zum Tee. Außerdem war ich in jener Woche sage und schreibe dreimal im Fitnessstudio. Diese Woche dafür überhaupt nicht. Dieses Jahr wird es dazu auch nicht mehr kommen, denn morgen geht es nach Deutschland – Hurraaaaa! :-)

Diese Woche war neben Cellounterricht der typische Vorweihnachtsendspurt angesagt. Dienstags das von mir organisierte Christmas Meal für 33 Chorsänger, mittwochs Afternoon tea im “Hotel Randolph” in Oxford als Abschiedsgeschenk der Deutschen Grundschule für unsere in Pension gehende Rektorin, donnerstags Theaterfahrt nach Newbury zu “The Wind in the Willows” und nachmittags Weihnachtsfeier meiner Klasse für die Eltern. Heute war dann Christmas Assembly der ganzen Grundschule mit integrierter Verabschiedung der Rektorin. Das Kollegium sang für sie “Have a nice day” in schwarz, rot und mit Hut. Die Kinder waren begeistert und wir fühlten uns ob ihres Jubels wie Rockstars auf der Bühne! ;-) Anschließend gab es dann noch einen Umtrunk. Vorhin habe ich noch einiges erledigt, werde gleich noch ein letztes Mal in diesem Jahr Cello üben und nachher mit zwei Kolleginnen ausgehen. Morgen Früh um 7.30 Uhr steht dann das Taxi vor der Tür, in Oxford steige ich in den Bus um und gegen Mittag hebt dann (hoffentlich ohne Verzögerung) mein Flieger gen Stuttgart ab.

Falls wir uns vorher nicht mehr sehen – keine Ahnung, ob und wer mein Geschreibsel hier überhaupt noch liest – wünsche ich euch “Frohe Weihnachten und ein glückliches, gesundes, zufriedenes neues Jahr!”

4. Dezember, 2011

Dauererkältung

Tja, mittwochs war ich tatsächlich wieder in der Schule, hatte aber noch einen sehr rauen Hals. Donnerstags hätte ich dann abends als Bass durchgehen können und hatte später fast gar keine Stimme mehr. Man sollte Infekte eben richtig auskurieren… Zwar hatte ich alle außerschulischen Termine abgesagt, aber freitags hatten wir nachmittags auch noch Fortbildung, zu der ich natürlich bleiben musste. Die neuseeländische Weinprobe fand dann abends allerdings ohne mich statt. Nur am Samstag war ich kurz einkaufen und bei der Generalprobe für Händels Messias (das Konzert konnte ich ja leider nicht mitsingen), um letzte Anmeldungen und vor allem Geld für das Weihnachtsessen einzutreiben. Nach dem Tatort bekam ich dann sonntags Schüttelfrost, hatte aber bis morgens keine Temperatur mehr und habe mich eine weitere Woche in die Schule geschleppt.

Cello und Chor sagte ich wieder ab, dienstags kam allerdings unsere Inspektorin und wir trafen uns mit ihr zum Abendessen in einem Pub. Mittwochs hatte ich zum letzten Mal European Hours (Jippie!) und donnerstags ging ich seit Wochen mal wieder in den film club, um dann den thailändischen Film zu verschlafen! ;-) Freitags war ich nach der Schule in Abingdon bummeln und in der Bücherei. Mittwochs stand ich dort bereits wegen des Streiks vor verschlossenen Türen und donnerstags wieder, da sie dort um die Mittagszeit schließen… Third time lucky! Abends war dann die Christmas Party der Schule. Sie war nicht gerade der Bringer, was hauptsächlich am Essen (Thai, Indisch und Englisch) des Restaurants lag. Gestern machte ich mich nach einem sehr späten Frühstück bei blauem Himmel und Donnenschein nach Oxford auf. Dabei musste ich feststellen, dass inzwsichen am P&R Parkplatz wieder (natürlich erhöhte) Gebühren erhoben werden, die vor ein paar Jahren erst abgeschafft worden waren. Meine Shoppingtour war recht erfolgreich: 1 neues und 3 second hand Bücher, 1 Schlafanzug, Socken und 1 Schal (passend zur bereits online erworbenen Mütze zu meinem lila Mantel). Abends ging es mit einer Freundin wieder nach Oxford, diesmal ins Kino im Stadtteil Jericho in “My week with Marilyn”. Der Film ist wirklich (sehr) zu empfehlen. Heute war ich dann mit Unterrichtsvorbereitungen, putzen, einkaufen und telefonieren beschäftigt. Außerdem war ich seit drei Wochen endlich mal wieder im Fitnessstudio, da ich seit drei Tagen nahezu halswehfrei bin. (Kaum zu glauben…) Hoffentlich bleibt das jetzt die nächsten zwei Wochen auch weiterhin so! Jetzt wird noch Cello geübt (das habe ich die letzten Wochen auch schwer vernachlässigt) und dann ist auch schon fast wieder Zeit für den Tatort.

21. November, 2011

Dienstreise nach Belgien

Die Fortbildung in Mol war wirklich klasse. Der Taxitransfer von der Schule zum Flughafen hat super geklappt und wir hatten vor dem Abflug noch jede Menge Zeit in Heathrow. Also beschlossen wir, uns einen kleinen Mittagssnack bei Gordon Ramsey zu gönnen. Allerdings hätte ich auf den Wein verzichten sollen, der hat mich nämlich ganz schön beschwipst! ;-) Der Flug nach Brüssel ist ja ein Katzensprung, kaum ist man in der Luft und hat sein Getränk bestellt, setzt man schon wieder zum Landeanflug an. Nachdem wir uns alle mit € versorgt hatten, wurden wir im Luxusgroßraumtaxi zum Hotel nach Mol gebracht. Und da hörte der Luxus ganz schnell auf… zumindest in meinem Zimmer. Alle meine Kolleginnen hatten alleine ein schönes Doppelzimmer mit richtigem Bad. Klein Katrin dagegen war im hintersten Eck in einem Einzelzimmer mit quietschender Pritsche untergebracht und hatte anstelle eines gefliesten Bads ein etwas größeres Dixiklo mit Waschbecken und Duschpfütze. Das war allerdings noch nicht das Schlimmste. Nach unserer Ankunft trafen wir gleich Kolleginnen aus Brüssel, mit denen wir in einem schicken Restaurant bei Prosecco zu Abend aßen. Ich gönnte mir Fasan, der sicher außer teuer auch noch gut gewesen wäre, wenn er nicht lauwarm serviert worden wäre… zurück im Zimmer musste ich erstmal durch die TV-Kanäle zappen, um zur Ruhe zu kommen. Gegen Mitternacht war mir das auch gelungen, ein langer und tiefer Schlaf war mir allerdings nicht gegönnt… Ab 4 Uhr krähte in regelmäßigen Abständen ein Hahn! Sicher hätte ich ihn nicht gehört, wenn ich tief geschlafen hätte, trotzdem wurde mein Lieblingslied in diesen beiden Tagen “Tot ist der Hahn, der Hahn ist tot” ! ;-)

Nach einem wunderbaren Frühstücksbüffet, das ich auch völlig übernächtigt genießen konnte, wurden wir mit dem Taxi zur Europäischen Schule gebracht. Auch diese liegt wie Culham außerhalb, wirkt aber wie ein großes und weitläufiges Schulzentrum ohne historische Gebäude. Mit der deutschen Inspektorin, den beiden Referentinnen und dem österreichischen Inspektor waren wir fast 50 Leute. Alle deutschsprachigen (wir hatten eine Schweizerin und mehrere Österreicher) Kollegen der Nordschiene (Culham, Mol, 4xBrüssel, Bergen, Frankfurt) treffen sich jedes zweite Jahr, die der Südschiene (2xLuxemburg, Karlsruhe, München, Varese, Alicante) versetzt dazu. Die beiden Tage waren wirklich sehr interessant und das Essen an der Schule in Mol ist einfach köstlich. Es gab mehrere Gänge mit passendem Wein, vorher einen Aperitif – alles in allem in keinster Weise mit dem Essen unserer Kantine zu vergleichen. Es war schön, Kolleginnen anderer Schulen kennen zu lernen und sich mit ihnen auszutauschen. Außerdem mag ich ja Österreichisch so gerne. Als Kolleginnen zweier Brüsseler Schulen von der Situation in Culham hörten, meinten sie gleich, ich solle doch dann zu ihnen an die Schule kommen…

Am Mittwoch wurden wir gegen 15 Uhr wieder vom Großraumtaxi an der Schule abgeholt und zum Flughafen gebracht. Obwohl wir viel zu früh da waren, ging mit einkaufen, einer Kleinigkeit essen und reden die Zeit wie im Flug vorbei und wir hätten fast unseren Flieger verpasst. Bei Desigual habe ich mir mal wieder einen Rock gegönnt und dann hat es noch ewig gedauert, bis ich mich für Käse und belgische Schokolade entschieden hatte. Brüssel ist ein enttäuschend kleiner Flughafen und die ganzen Läden befinden sich zwar nach der Pass-, aber vor der Sicherheitskontrolle. Gaaaaanz schlecht! 15 Minuten vor dem Schließen des gates war eine riesige Schlange bei der Sicherheitskontrolle und wir sind unter Absperrungen durch zum “fast track”. Da wurden wir durchgewunken und erreichten unsere Maschine noch. In Heathrow stand wieder das Taxi bereit und gegen 21 Uhr war ich zurück in meinem kleinen kalten Häuschen. Donnerstags musste ich feststellen, dass die ganze Fortbildungsaktion gegen meine Klasse die reinste Erholung war! Den film club abends haben wir gecancelled, weil wir beide so knülle waren. Freitags war ich bis 14 Uhr an der Schule und danach noch zwei Stunden in Abingdon unterwegs. Danach war der Tag auch so ziemlich gelaufen.

Am Samstag habe ich ganz gemütlich gespült, gewaschen, einen Mathetest korrigiert und Cello gespielt. Auf 17 Uhr ging’s mit einer Kollegin zum Italiener und anschließend zur live Übertragung (aus der Metropolitan Opera New York) der Oper “Satyagraha” von Philip Glass. Eigentlich hat mir die minimalistische Musik, das Bühnenbild und die Inszenierung gefallen. Allerdings hatte ich schon Halsschmerzen und die voll aufgedrehte Klimaanlage im Kino hat noch ihr übriges dazu getan, dass es mir immer schlechter ging und mir das Tonleiterraufundruntergedudel der Flöte im dritten Akt ziemlich auf die Nerven ging. Nachts wurde ich von heftigen Halsschmerzen geplagt und den gestrigen Tag habe ich , meist schlafend oder dösend, im Bett verbracht. Heute ist der Hals schon besser, aber ich bin noch ziemlich ko. Wahrscheinlich bleibe ich morgen nochmal daheim und hoffe, am Mittwoch wieder fit zu sein…